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„Ich war sechs Minuten lang tot und habe den Himmel erlebt – das habe ich miterlebt.“👇

Julie Pooles Erfahrung bewegt sich in dem ambivalenten Spannungsfeld zwischen Wunder und Metapher. Als Überlebende brutalen Kindesmissbrauchs beschreibt sie ihre Nahtoderfahrung nicht als Flucht vor dem Leben, sondern als Rückruf ins Leben. In der „Geisterwelt“, an die sie sich erinnert, gab es kein Urteil, nur ein überwältigendes Gefühl, dass ihre Existenz weiterhin Bedeutung hatte, dass ihr Leid zu einem Samen der Hoffnung werden konnte, anstatt Narben zu hinterlassen.

Ihre spätere Vision eines „Goldenen Zeitalters“ zwischen 2012 und 2032 lässt sich als Prophezeiung lesen, aber auch als verzweifelte Hoffnung einer Welt am Abgrund verstehen. Angesichts des Zerfalls von Institutionen und dem Auftauchen verborgener Missstände wirkt ihre Forderung nach dem Fall korrupter Systeme weniger wie Fantasie, sondern vielmehr wie ein moralischer Appell. Ob man nun an Engel glaubt oder nicht, Pooles Geschichte beharrt auf einem stillen Wunder: dass die Entscheidung zu bleiben, zu heilen und gewissenhaft zu handeln, das mächtigste Jenseits sein könnte, das uns je begegnen wird.

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