Drei Schülerinnen laufen auf Schlittschuhen von der Schule nach Hause und kommen dabei an zerstörten Häuserblöcken in Essen vorbei, 1949
Drei Mädchen laufen auf Schlittschuhen von der Schule nach Hause, vorbei an Häuserblocks, die durch alliierte Luftangriffe zerstört wurden, Essen, Deutschland, 14. Februar 1949.
Drei deutsche Mädchen laufen am 14. Februar 1949 auf Schlittschuhen von der Schule nach Hause, vorbei an den durch alliierte Luftangriffe zerstörten Häuserblocks in Essen. Diese Mädchen können sich nicht an eine Zeit erinnern, in der ihre Stadt nicht so aussah. Sie waren nicht alt genug oder wurden nicht einmal geboren, als die Stadt noch stand. Für sie war das Leben schon immer so gewesen.
Interessant, dass sich zwei der Mädchen ein Paar Schlittschuhe teilen. Fabriken produzierten kein Kinderspielzeug; sie produzierten schon seit einiger Zeit Kriegsgüter und wurden daher wahrscheinlich angegriffen und zerstört.
Auch nach dem Krieg war es eine Zeit lang schwierig, an Rohstoffe zu kommen, da diese vorrangig für andere Infrastrukturprojekte und die Produktion lebensnotwendiger Güter verwendet wurden. Spielzeugfabriken standen jedoch nicht weit oben auf der Prioritätenliste.
Im Zweiten Weltkrieg war die Industriestadt Essen, insbesondere das Krupp-Werk, Ziel strategischer Bombenangriffe der Alliierten. Ein Kriegsziel ist die Demoralisierung des Gegners, sodass Frieden oder Kapitulation einer Fortsetzung des Konflikts vorzuziehen sind.
Zu diesem Zweck wurden strategische Bombenangriffe eingesetzt. Zwischen 1939 und 1945 warf die Royal Air Force (RAF) insgesamt 36.429 Tonnenbomben auf Essen ab. Bei 272 Luftangriffen wurden 90 Prozent der Essener Innenstadt zerstört, das restliche Stadtgebiet lag bei 60 Prozent.
Der Begriff „Terrorbombardement“ fand gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Eingang in den englischen Wortschatz und zahlreiche strategische Bombenangriffe und einzelne Angriffe wurden von Kommentatoren und Historikern als Terrorbombardements bezeichnet.
Da der Begriff eine abwertende Konnotation hat, zogen es manche, darunter auch die Alliierten des Zweiten Weltkriegs, vor, Euphemismen wie „Widerstandswille“ und „Moralbombardements“ zu verwenden.