Das Haus versank in einer stillen, ruhigen Atmosphäre, nicht länger von Wut geprägt, sondern von Unsicherheit gemildert. Zwei Menschen saßen einander gegenüber, nicht als Feinde oder Fremde, sondern als etwas dazwischen – müde, misstrauisch und doch unfähig, sich zu trennen. Die Stille fühlte sich nicht länger wie ein Urteil an. Sie fühlte sich an wie eine Frage, die keiner von ihnen allein beantworten konnte. In den folgenden Tagen erkannten sie, dass die Entscheidung füreinander kein einzelner Moment war, sondern eine Reihe kleiner, bewusster Handlungen. Es gab unbeholfene Entschuldigungen, Pausen, in denen alte Gewohnheiten zurückzukehren drohten, und neue Worte, die sich fremd auf ihren Lippen anfühlten: „Was brauchst du?“ „Wie fühlst du dich?“ Sie trafen nicht immer die richtigen Worte, aber sie kehrten immer wieder an den Tisch zurück, in den gemeinsamen Raum, wo beide Stimmen zählten. Was einst in Isolation entschieden worden war, wurde langsam zu einem Gespräch. Sie begannen zu verstehen, dass es in der Liebe nicht darum geht, immer das Richtige zu wissen, sondern auch darum, in den falschen Momenten präsent zu sein. In diesem fortwährenden, unvollkommenen Bemühen fanden sie etwas Beständigeres als Gewissheit: ein stilles, gegenseitiges Versprechen, sich immer wieder zu entscheiden, auch wenn es einfacher wäre, es nicht zu tun.




