Eine Erzieherin wurde verhaftet, nachdem ein Kleinkind am ersten Tag mit einem blauen Auge und einem geschwollenen Gesicht in die Kita kam…
Für viele Eltern ist der erste Tag ihres Kindes in der Kindertagesstätte ein emotionaler Moment – begleitet von Sorge, aber auch von Vertrauen. Man hofft, dass das eigene Kind gut aufgehoben ist, sicher betreut wird und sich langsam in den neuen Alltag einfindet. Für den einjährigen Clay aus Bainbridge, Georgia, endete dieser erste Tag jedoch mit schweren Verletzungen und einem tiefen Vertrauensbruch.
Als Clays Vater, Cory Weeks, seinen Sohn am Ende des Tages aus der Kindertagesstätte „Little Blessings“ abholte, bemerkte er sofort, dass etwas nicht stimmte. Das Gesicht seines Kindes war geschwollen, mit deutlichen Prellungen und Schnittwunden rund um Auge und Wange. Auf Nachfrage erklärte das Betreuungspersonal zunächst, ein anderes Kind habe Clay versehentlich mit einem Spielzeug verletzt.
Doch Weeks zweifelte an dieser Darstellung. Er verlangte Einsicht in vorhandenes Videomaterial – und stieß dabei nach eigenen Angaben auf Aufnahmen, die eine völlig andere Geschichte erzählten. Die Videos sollen zeigen, wie eine Mitarbeiterin das Kleinkind körperlich misshandelt.
Im Zentrum der Ermittlungen steht die 54-jährige Yvette Thurston aus Georgia. Sie wurde von den Behörden festgenommen und wegen mehrfacher Kindesmisshandlung ersten Grades sowie schwerer Körperverletzung angeklagt. Ein Richter setzte die Kaution auf 44.000 US-Dollar fest; nach deren Hinterlegung wurde sie vorläufig aus der Haft entlassen. Die Ermittlungen dauern an.
Clay wurde nach dem Vorfall ins Memorial Hospital and Manor gebracht, wo seine Verletzungen medizinisch versorgt wurden. Sein Vater, selbst Angehöriger des US-Militärs, machte den Fall öffentlich und schilderte seine Erschütterung in einem emotionalen Beitrag in sozialen Medien. Darin beschrieb er den Vorfall als „den schlimmsten Albtraum aller Eltern“ und erklärte, dass auch Clays älterer Bruder an diesem Tag in der Einrichtung betreut worden sei.
Das Sheriffbüro von Decatur County bestätigte, dass im Rahmen der Ermittlungen Videoaufzeichnungen aus der Kindertagesstätte ausgewertet werden. Zu konkreten Details äußerten sich die Behörden bislang nicht öffentlich. Das zuständige georgische Ministerium für frühkindliche Betreuung und Bildung (DECAL) teilte mit, dass die betroffene Mitarbeiterin nicht mehr in der Einrichtung tätig sei und eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet werde.
Für die Familie steht nun vor allem eines im Vordergrund: Aufklärung und Verantwortung. Cory Weeks betonte, wie wichtig es sei, Verletzungen bei Kindern niemals ungefragt hinzunehmen und konsequent nachzufragen. Sein Ziel sei es, sicherzustellen, dass der Fall vollständig aufgearbeitet wird und andere Kinder geschützt werden.
Der Vorfall hat in der Gemeinde große Bestürzung ausgelöst und wirft erneut Fragen nach Kontrolle, Transparenz und Sicherheit in Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder auf.




