Die Boeing B-17 „Flying Fortress“ war eines der bekanntesten Bombenflugzeuge des Zweiten Weltkriegs. Ihre robusten Eigenschaften und die beeindruckende Verteidigungskapazität machten sie zu einem Symbol der amerikanischen Luftmacht. Innerhalb dieser mächtigen Maschine spielte der Waist Gunner eine entscheidende Rolle, um die Besatzung vor feindlichen Angriffen zu schützen. Besonders die 385th Bomb Group der 8th Air Force wurde bekannt für ihre Einsätze über Europa, bei denen diese tapferen Männer unter extremen Bedingungen kämpften.
Die B-17 war nicht nur für ihre Bombenlast bekannt, sondern auch für ihre defensive Bewaffnung. Ausgestattet mit bis zu 13 Maschinengewehren vom Typ Browning M2 .50 Kaliber, konnte die „Flying Fortress“ feindliche Angriffe aus nahezu jedem Winkel abwehren. Die Positionen der Schützen waren strategisch über das Flugzeug verteilt: Bug, Heck, Turm und die seitlichen Fenster, wo die Waist Gunner stationiert waren.
Die Waist Gunner, die an den seitlichen Maschinengewehren der B-17 arbeiteten, hatten eine der gefährlichsten Positionen im Flugzeug. Sie waren besonders anfällig für feindliche Jägerangriffe, da die seitlichen Fenster oft als Schwachstelle angesehen wurden. Gleichzeitig mussten sie präzise und schnell handeln, um die Sicherheit des Flugzeugs zu gewährleisten.
Die 385th Bomb Group war Teil der berühmten 8th Air Force, die im Zweiten Weltkrieg für ihre strategischen Bombardierungen über Europa bekannt war. Ihre Missionen zielten darauf ab, die deutsche Kriegsindustrie zu schwächen, strategische Infrastruktur zu zerstören und die Moral des Feindes zu brechen.
Die Einsätze der 385th Bomb Group waren extrem gefährlich. Feindliche Flugabwehrkanonen (Flak) und deutsche Jäger, wie die Messerschmitt Bf 109 oder Focke-Wulf Fw 190, machten jeden Flug zu einem Überlebenskampf. Die Waist Gunner mussten dabei oft stundenlang an ihren Maschinengewehren ausharren, immer bereit, auf einen Angriff zu reagieren.
Ein Waist Gunner musste nicht nur körperlich fit sein, sondern auch über starke Nerven und Konzentration verfügen. Die Temperaturen in den Höhen, in denen die B-17 operierte, sanken oft auf bis zu -40 Grad Celsius. Trotz schwerer Kleidung und beheizter Handschuhe war das Arbeiten an den offenen Seitenfenstern eine enorme körperliche Herausforderung.
Hinzu kam die ständige Gefahr durch feindliche Angriffe. Die Waist Gunner waren oft die erste Verteidigungslinie gegen Jäger, die versuchten, das Flugzeug zu beschädigen oder abzuschießen. Dabei musste der Schütze nicht nur auf die Geschwindigkeit und Richtung des Feindes achten, sondern auch darauf, die eigene Maschine nicht versehentlich zu treffen.
Heldentum und Opfer
Die Männer der 385th Bomb Group, darunter die Waist Gunner, waren für ihren Mut und ihre Entschlossenheit bekannt. Viele dieser jungen Männer, oft kaum 20 Jahre alt, riskierten ihr Leben, um ihre Kameraden zu schützen und ihre Missionen zu erfüllen.
Die Verluste waren jedoch hoch. Viele Flugzeuge kehrten nie von ihren Einsätzen zurück, und die Überlebenden mussten mit den physischen und psychischen Belastungen des Krieges fertigwerden. Dennoch trugen die Opfer dieser Männer entscheidend zum Erfolg der Alliierten bei.
Fazit
Das Bild eines Waist Gunners der 385th Bomb Group erinnert an die Tapferkeit und den Einsatz dieser Männer. Ihre Geschichten sind ein Zeugnis für die Herausforderungen und Opfer, die mit der Verteidigung der „Flying Fortress“ verbunden waren.